So wird das gebührenpflichtige Gewicht berechnet

Bei den meisten Kurierdiensten wird zur Berechnung der Kosten für eine Sendung sowohl das Gewicht als auch das Volumen berücksichtigt. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie beide Parameter verwendet und verglichen werden, um die Versandkosten zu ermitteln.

Was versteht man unter „Volumengewicht“ und „tatsächlichem Gewicht“?

Das Volumengewicht und das tatsächliche Gewicht sind zwei zentrale Methoden, mit denen Kurierdienste die Versandkosten berechnen.

Das tatsächliche Gewicht bzw. „tote Gewicht“ ist ganz einfach das Gewicht einer Sendung in Kilogramm (kg) oder Pfund (lb).

Beim Volumengewicht handelt es sich um eine Messmethode, bei der Länge, Breite und Höhe verwendet werden, um die Gesamtgröße eines Pakets zu berechnen. Ähnlich wie beim tatsächlichen Gewicht werden hier als Einheiten Kilogramm oder Pfund verwendet.

Volumengewicht = (Höhe x Breite x Länge)/Volumengewicht-Devisor

Der Umrechnungsfaktor bzw. Volumengewicht-Devisor wird von jedem Kurierdienst separat festgelegt. Die meisten Kurierdienste verwenden 5000 (für metrische Einheiten) oder 139 (für imperiale Einheiten) als Devisor.

Berechnungsmethoden

Die Berechnungsmethode ist abhängig davon, wie das gebührenpflichtige Gewicht ermittelt wird. Basierend auf den vom Kurierdienst festgelegten Regeln für Versandkosten verwendet Easyship eine von drei verschiedenen Berechnungsmethoden, um das gebührenpflichtige Gewicht zu kalkulieren.

Welche Berechnungsmethode verwendet wurde und wie hoch das gebührenpflichtige Gewicht ist, können Sie in den Kostenaufschlüsselungen und in den Details zur Sendung sehen. Im Folgenden stellen wir die drei Berechnungsmethoden vor und gehen auch auf die Bedingungen ein, die für die jeweilige Methode gelten.

Tatsächliches Gewicht

Methode: Bei der Sendung wird das tatsächliche Gewicht verwendet, um die Versandkosten zu ermitteln.

Bedingung: Das Volumengewicht wird vom Kurierdienst nicht berücksichtigt oder das tatsächliche Gewicht ist höher als das Volumengewicht.

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Volumengewicht

Methode: Bei der Sendung wird das Volumengewicht verwendet, um die Versandkosten zu ermitteln.

Bedingung: Das Volumengewicht wird vom Kurierdienst berücksichtigt und ist höher als das tatsächliche Gewicht.

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USPS Cubic

Methode: Bei der Sendung wird USPS Cubic verwendet, da für die Sendung ermäßigte Preise von USPS verwendet werden können.

Bedingung: Die Berechnungsmethode „USPS Cubic“ ist nur für einige „USPS Priority Mail“-Services verfügbar. Für USPS Cubic gelten bestimmte Kriterien und es gibt fünf verschiedene Preisstufen. Die zugrunde liegende Einheit ist „Kubikfuß“. Weitere Informationen zu den Preisen für USPS Cubic finden Sie hier.

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Was genau ist das gebührenpflichtige Gewicht und wie wird es berechnet?

Anhand des gebührenpflichtigen Gewichts (tatsächliches Gewicht oder Volumengewicht – je nachdem, welches davon im jeweiligen Fall höher ist) werden die Versandkosten für Ihr Paket berechnet.

Beispiel 1:

Ein Paket hat die Maße 50 cm x 50 cm x 40 cm, wiegt 5 kg und wird mit „UPS Worldwide Express“ versendet.

Tatsächliches Gewicht = 5 kg

Volumengewicht = (50x50x40)/5000 = 20 kg

Gebührenpflichtiges Gewicht = 20 kg

Da das Volumengewicht höher ist als das tatsächliche Gewicht, entspricht das gebührenpflichtige Gewicht dem Volumengewicht.

Beispiel 2: 

Ein Paket hat die Maße 20 cm x 15 cm x 5 cm, wiegt 20 kg und wird mit „FedEx International“ versendet.

Tatsächliches Gewicht = 20 kg

Volumengewicht = (20x15x5)/5000 = 0,3 kg

Gebührenpflichtiges Gewicht = 20 kg

Da das tatsächliche Gewicht höher ist als das Volumengewicht, entspricht das gebührenpflichtige Gewicht dem tatsächlichen Gewicht.

Gewichtsspannen

Das genaue gebührenpflichtige Gewicht und die Versandkosten werden anhand der Gewichtsspanne ermittelt, in die das gebührenpflichtige Gewicht fällt. Wenn das gebührenpflichtige Gewicht zwischen zwei Spannen liegt, erfolgt eine Aufrundung auf die nächsthöhere Spanne, um die Kosten zu ermitteln.

Die Bereiche von Gewichtsspannen werden in der Regel in Schritten von 1 lb oder 0,5 kg angegeben. In Easyship sehen Sie beim gebührenpflichtigen Gewicht an, welches Gewicht basierend auf der Gewichtsspanne der Sendung verwendet wurde.

Beispielsweise sind für den Service „UPS SurePost“ Gewichtsspannen mit Schritten von 1 lb (ca. 0,45 kg) definiert. Wenn also für eine Sendung mit einem Gewicht von 3,2 lbs (ca. 1,45 kg) der Service „UPS SurePost“ ausgewählt und das tatsächliche Gewicht als Berechnungsmethode verwendet wird, liegt das gebührenpflichtige Gewicht bei 4 lbs (ca. 1,8 kg).

Warum verwenden Kurierdienste Volumengewicht?

Viele Kurierdienste berücksichtigen sowohl das Volumengewicht als auch das tatsächliche Gewicht, um die Versandkosten zu ermitteln, da so die tatsächlichen Kosten für die Zustellung Ihres Pakets besser widergespiegelt werden. Je größer das Paket ist, desto mehr Platz benötigt es in einem Fahrzeug oder Flugzeug und desto teurer ist folglich der Transport. Bei großen, aber gleichzeitig leichten Artikeln basiert der Preis auf der Größe und nicht auf dem Gewicht.

Verwenden alle Kurierdienste Volumengewicht?

Nicht alle – einige Postkurierdienste berücksichtigen im Hinblick auf die Kosten nur das tatsächliche Gewicht. Es gibt hier jedoch noch weitere Einschränkungen, beispielsweise eine maximale Größe für Pakete. Wenn diese Größe überschritten wird, werden die jeweiligen Sendungen vom Kurierdienst möglicherweise nicht angenommen – oder aber der Service und die Kosten werden vom Kurierdienst entsprechend angepasst. 

Warum ist es wichtig, genaue Angaben zu Gewicht und Abmessungen zu machen?

Fast immer werden die Abmessungen und das Gewicht eines Pakets von den Kurierdiensten während des Transports ermittelt. Es handelt sich hierbei um einen automatischen Prozess, bei dem sehr genaue Lasermessungen verwendet werden.

Wenn sich die vom Kurierdienst gemessenen Werte von denen unterscheiden, die Sie auf Easyship angegeben haben, entstehen Ihnen möglicherweise zusätzliche Gebühren, wenn die Versandkosten entsprechend angepasst werden. Wenn das Paket größer/schwerer ist als angegeben, wird Ihnen der Differenzbetrag in Rechnung gestellt. Andererseits erhalten Sie aber auch eine entsprechende Teilrückerstattung, wenn das Paket kleiner/leichter ist als von Ihnen angegeben.

Der beste Weg, eine Anpassung von Versandkosten möglichst zu vermeiden, besteht darin, Ihr Paket so exakt wie möglich zu wiegen und zu messen.

Ausführlichere Erklärung

Das gebührenpflichtige Gewicht wird genau wie auch das tatsächliche Gewicht in Kilogramm oder Pfund angegeben. Es handelt sich um den Wert, der zur Berechnung der Versandtarife bei einem bestimmten Kurierdienst verwendet wird. Das gebührenpflichtige Gewicht unterscheidet sich vom tatsächlichen Gewicht, wenn der Kurierdienst neben dem Gewicht auch Länge, Breite und Höhe des Pakets berücksichtigt.

Die Dichte eines Pakets bestimmt, wie das gebührenpflichtige Gewicht berechnet wird. Pakete mit hoher Dichte sind relativ schwer und klein. Hier wird das tatsächliche Gewicht ohne Anpassungen als gebührenpflichtiges Gewicht verwendet. Pakete mit niedriger Dichte sind relativ leicht und sperrig. Hier wird das Gewicht auf ein für die Größe des Kartons festgelegtes minimales gebührenpflichtiges Gewicht aufgerundet. Der Mindestwert wird auch als Volumengewicht bezeichnet.

Wo genau die Grenze zwischen hoher und niedriger Dichte verläuft, ist je nach Kurierdienst unterschiedlich. Bei Inlandslieferungen mit SF Express liegt der Schwellenwert beispielsweise bei 200 kg/m³. Bei jedem Paket, dessen Dichte unter diesem Schwellenwert liegt, wird das Gewicht auf ein minimales gebührenpflichtiges Gewicht für die Paketgröße aufgerundet. In der Regel liegt der Wert bei internationalen Kurierdiensten ein wenig höher. Hier ist es also wahrscheinlicher, dass das Gewicht von Paketen auf einen Mindestwert aufgerundet wird.

Minimales gebührenpflichtiges Gewicht = (Höhe x Breite x Länge) x Dichte-Schwellenwert

Hinweis: Die Trennlinie zwischen Paketen mit hoher und niedriger Dichte wird von Kurierdiensten in der Praxis tatsächlich unterschiedlich festgelegt. So kann beispielsweise für bestimmte Services ein Umrechnungsfaktor definiert werden, der zur Berechnung des minimalen gebührenpflichtigen Gewichts (auch Volumengewicht genannt) verwendet wird. Dieser Faktor entspricht eins dividiert durch den Wert, der eine hohe von einer niedrigen Dichte unterscheidet.

Umrechnungsfaktor = 1200 kg/m³ = 5.000 cm³/kg

Kurierdienst

Dichte-Schwellenwert

Umrechnungsfaktor

Inländischer Expressversand
US-basierter Kurierdienst

10,4 lb/ft³

166 in³/lb

Internationaler Expressversand
US-basierter Kurierdienst

12,5 lb/ft³

139 in³/lb

Inländischer Expressversand
Kurierdienst außerhalb der USA

166,7 kg/m³

6.000 cm³/kg

Internationaler Expressversand
Kurierdienst außerhalb der USA

200 kg/m³

5.000 cm³/kg

Ein Beispiel

Stellen Sie sich vor, Sie leben in den USA und möchten Ihrem Cousin, der gerade in Irland mit dem Studium begonnen hat, ein „Verpflegungspaket“ schicken. Konkret haben Sie ein Paket mit Büchern und eines mit Kissen. Sie haben sich für den Service „USPS Priority Mail Express“ entschieden, bei dem nur für Pakete mit einer Größe von mehr als einem Kubikfuß ein minimales gebührenpflichtiges Gewicht gilt.

Inhalt

Tatsächliches Gewicht

Volumen

Bücher

30 lbs (ca. 13,6 kg)

12 x 9 x 8 Zoll (0,5 ft³)

Kissen

3 lbs (ca. 1,36 kg)

24 x 18 x 16 Zoll (4 ft³)

 

Kurierdienst

Volumen-Schwellenwert

Dichte-Schwellenwert

USPS Priority Mail Express (International)

1 ft³

12,5 lb/ft³
(Umrechnungsfaktor 139 in³/lb)

Das Paket mit Büchern liegt unter dem Schwellenwert für das Volumen, daher wird hier für die Versandkosten das tatsächliche Gewicht zugrunde gelegt. Selbst wenn es beim Kurierdienst keinen Schwellenwert für das Volumen gibt, liegt das Paket noch immer über dem Dichte-Schwellenwert. Die Kosten würden also basierend auf dem tatsächlichen Gewicht berechnet.

Gebührenpflichtiges Gewicht (Bücher) = tatsächliches Gewicht (Bücher)

Bei dem Paket mit den Kissen ist der Volumen-Schwellenwert überschritten, der Dichte-Schwellenwert wird jedoch nicht erreicht. Folglich gilt das minimale gebührenpflichtige Gewicht. Wir berechnen diesen Wert, indem wir das Volumen des Pakets mit dem Dichte-Schwellenwert multiplizieren.

Gebührenpflichtiges Gewicht (Kissen) = 4 ft³ x 12,5 lb/ft³ = 50 lb > tatsächliches Gewicht (Kissen)

Man kann sich diese Rechnung auch in Bezug auf Volumengewicht und Umrechnungsfaktor vorstellen.

Dichte-Gewicht (Kissen) = 4 ft³ x 139 in³lb = 50 lb > tatsächliches Gewicht (Kissen)

Manchmal hilft ein Bild mehr als tausend Worte. Wenn man das tatsächliche Gewicht und das Volumengewicht in einem Diagramm darstellen würde, wäre die Schwelle zwischen hoher Dichte und niedriger Dichte (also der Umrechnungsfaktor) eine gerade Linie. Für jedes Paket, das in der Grafik oberhalb des rot gekennzeichneten Volumen-Schwellenwerts und links vom blau gekennzeichneten Dichte-Schwellenwert zu orten wäre, wird das gebührenpflichtige Gewicht anhand obiger Formel berechnet. Diese Formel entspricht einer horizontalen Linie vom Punkt, der das Paket mit den Kissen kennzeichnet, bis zum Dichte-Schwellenwert.

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